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		<title>Mission: Freie Erde / Mission: Free Earth</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Dec 2011 11:28:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Science-Fiction Kurzgeschichten / Science-Fiction Shortstories]]></category>

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		<description><![CDATA[2050; Andächtig lauschte er dem Summen der Computer, während sich hinter den dicken Panzerglasscheiben die schier unendliche Schönheit des Weltalls vor ihm ausbreitete. Es war der einzige Laut, der die Stille um ihn herum störte. Die Galileo 1 war das erste bemannte Kolonialraumschiff  das seine Reise zum Mond antrat. Seit 2011 hatte sich das Gesicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>2050; Andächtig lauschte er dem Summen der Computer, während sich hinter den dicken Panzerglasscheiben die schier unendliche Schönheit des Weltalls vor ihm ausbreitete. Es war der einzige Laut, der die Stille um ihn herum störte. Die Galileo 1 war das erste bemannte Kolonialraumschiff  das seine Reise zum Mond antrat. Seit 2011 hatte sich das Gesicht der Erde drastisch verändert. Zu spät hatten die Regierungen begriffen, dass sie den Klimawandel nicht aufhalten konnten. Infolge dessen hatte die Natur ihr Gesicht dramatisch verändert: Aus dem einst strahlenden blauen Stern namens Erde war eine versandete Mondlandschaft geworden. Inzwischen war die Erde nur noch in wenigen Regionen bewohnbar. Die Menschheit hatte 2012 begonnen, riesige künstliche Kuppelinseln aus Glas und Stahl zu bauen, um sich in den unbewohnbaren Gebieten anzusiedeln.</h4>
<h4>Das untere Viertel des Panzerglasfensters wurde von dem blau-braunen Glanz der Erde ausgefüllt. Dieser Anblick ließ Horatio erschauern. Er betastete den Gegenstand, der in seiner rechten Hosentasche befand. War er doch nur einen Klick weit entfernt Galileo 1 mitsamt der ISS in die Luft zu sprengen! Er löste seine Fingerspitzen von der Fernbedienung, die nicht größer war als sein eigener Garagentoröffner, und zog die Hand aus der Hosentasche. Er wandte sich von dem majestätischen Anblick der Erde ab und schenkte einem der beiden Kommunikationsoffiziere ein Lächeln, das seine Kollegen stumm erwiderten. Auf der Brücke der Galileo 1 herrschte ein geschäftiges Treiben, die Techniker nahmen die letzten Einstellungen vor, bevor sie gemeinsam mit den ersten Siedlern zum Mond aufbrachen. Insgesamt bestand die Besatzung neben der Crew aus zehn Männern und Frauen, aus fünfzig Wissenschaftlern, Spezialisten und Soldaten, die eigens für diese Mission ein jahrelanges Training absolviert hatten. Sie alle würden zu Helden werden, wenn sie den Mond erreichten. Um Kosten und Energie zu sparen, hatte ein privater Investor aus Europa alles dran gesetzt den Kyroschlaf, einen künstlichen Winterschlaf, zu erforschen. Die Möglichkeiten des Kyroschlafes hatte der Erfinder des erstrn Kyrotanks mehr oder weniger durch Zufall entdeckt, als er in den Schweizer Alpen von einer Lawine begraben wurde. Als man ihn später rettete, war seine Körpertemperatur soweit heruntergekühlt, dass er eingeschlafen, aber nicht ins Koma gefallen war. Durch das neuartige Material seines Skianzugs, das der Haut eines Wals ähnelte, hatte sich eine Art Luftblase im inneren des Anzugs gebildet. Die NASA übernahm seine Forungsarbeiten und begann im Eis der Arktis das Material zu testen. Nach zehn Jahren Forschungsarbeit war das Modell ausgereift und heute sollten die ersten Menschen ihre Reise zum Mond in den Kyroschlafzellen antreten. Jeweils fünfunddreißig Sarkophage wie die Schlafzellen inzwischen genannt wurden, reihten sich rechts und links in den langen mannshohen Gang nebeneinander auf. Ein schmaler Steg führte an Ihnen vorbei in die hintere Antriebssektion.</h4>
<h4>Horatios Blick fiel auf die digitale Anzeige des Startcountdowns, der über den Panzerglasfenstern angebracht worden war. Nur noch zwölf Stunden, dann würden sie aufbrechen. Er wandte sich von der Uhr ab. Es war erstaunlich, dass der Mensch erst vor knapp einem Jahr die künstliche Schwerkraft entwickelt hatte, die ihnen die</h4>
<h4>Besiedelung des Mondes erst ermöglichen würde.  Sie basierte auf Einsteins Theorie der Schwerkraft, welche der berühmte Physiker in einem seiner Tagebücher bereits angedeutet hatte; doch fast ein Jahrhundert lang war der Menschheit bewusst gewesen, dass man mittels Atomenergie ein künstliches Schwerkraftfeld erzeugen kann. Nun machten sie sich diese Erkenntnis zueigen und sahen darin die Möglichkeit ihr Überleben zu sichern.</h4>
<h4>Aus einzelnen Staaten der Welt war eine Gemeinschaft geworden, die nun den Mond erobern wollte. Die Regierungen waren sich bewusst, dass sie mit diesem Schritt der Menschheit eine neue Zukunft boten. Horatio war nicht dieser Meinung. Die Menschheit hatte durch Industrialisierung und diversen Atomunglücken die Erde in einem schrecklichen Ort gemacht. Horatio erinnerte sich an seine Kindheit. Damals hatte es noch grüne Bäume und Wiesen gegeben, man konnte die Luft ungefiltert atmen – kein Vergleich zu heute. Anstatt grüner sah er mehr und mehr, wie sich die Wüste ausbreitete, ausgedorrt oder verseucht. Der Mensch hatte bis heute nicht gelernt die Natur zu respektieren. Sie alle trugen die stumme Schuld auf ihren Schultern, die die Naturgewalten täglich einforderten. Das einstige Nord- und Südamerika war zerrissen, die asiatischen Inseln zur Hälfte im Meer versunken. In Sibirien war nach Jahrtausenden erneut ein Vulkan ausgebrochen, der als erloschen gegolten hatte. Ebenso viele Irrtümer und Neuentdeckungen in der Wissenschaft und Technik forderten ihren Tribut. Horatio wusste, dass es eine Veränderung geben musste. Er drehte sich um und überließ dem zweiten Kommandeur die Brücke. Seine Schritten hallten unwirklich auf den Gitterstäben des Stegs wider, während er in den hinteren Teil des Schiffes ging. Er gab vor, die Sarkophage noch einmal überprüfen zu wollen. Der hintere Teil der Galileo 1 war  so konzeptioniert worden, dass die Sarkophage voneinander abgetrennt werden konnten. Zwischen den einzelnen Sektionen war eine schwere Schutztür angebracht, die sich sofort schließen sollte, falls ein Feuer ausbrach oder das Schiff während eines Meteoritensturms beschädigt wurde. Doch dieser Konstruktionsaspekt des Raumschiffes war gleichzeitig auch seine Schwachstelle. Horatio drängte sich an den Wissenschaftlern vorbei, die sich in Bademänteln und bequemen Jogginganzügen auf ihren Schlaf von mehr als einem Monat vorbereiteten. Mit einigen Wissenschaftlern hatte er sich im Lauf der vergangenen Monate angefreundet. Vladimir Jawewich war Geologe und nicht älter als vierzig Jahre, nur wenige Jahre jünger als Horatio. Neben ihm stand seine bildhübsche rothaarige Assistentin, die mit ihm gemeinsam die Grabungen auf dem Mond überwachen sollte.</h4>
<h4>Damit Galileo 1 nicht zu viel Ballast hatte, war das Equipment der Wissenschaftler in Containern vorausgeschickt worden. So beschränkte sich ihr Gepäck nur auf das Notwendigste, was sie im hinteren Teil der Kapseln verstauten und damit das Schiff ausbalancierten.</h4>
<h4>„Hallo Horatio“, begrüßte ihn Vladimir mit seinem schweren russischen Akzent.</h4>
<h4>„Hallo“, erwiderte Horatio den Gruß und bemerkte sein Spiegelbild in einer der Glasscheiben der Kammern. Sein Gesicht wurde von schwarzem Haar umrahmt, dass seine Haut blass wirken ließ. Grüne, wache Augen blickten ihm entgegen und betonten seine gerade Nase.</h4>
<h4>„Hast du das mit der „Freien Erde“ gehört?“, fragte ihn Vladimir.</h4>
<h4>„Ja, es gibt kein anderes Thema mehr“, lächelte Horatio. Er ließ die Hand in die Hosentasche gleiten und umfasste den Zünder. In wenigen Stunden war es endlich soweit! Offenbar entging Vladimir und seiner Assistentin nicht, dass er sich in Gedanken mit etwas anderem beschäftigte. Keiner von ihnen ahnte , weshalb er wirklich an Bord der Galileo 1 war.</h4>
<h4>„Du denkst an deine Frau“, bemerkte Vladimir und legte Horatio seine Hand auf die Schulter. „Glaube mir, du hast keine Schuld an dem Unfall. Niemand konnte ahnen dass es ein Leck im Fusionsreaktor der ISS gab.“</h4>
<h4>Horatio blinzelte seinen Freund verblüfft an. Sollten sie ruhig glauben, dass er immer noch trauerte. Horatio erinnerte sich, dass alle Versuche gescheitert waren, um Vladimir und seine Assistentin Nadja, die gleichzeitig Vladimirs Tochter war, von der Galileo 1 fern zu halten. Selbst seine hervorragenden Überredungskünste hatten diesmal nicht ausgereicht. Für Vladimir ging mit der Galileo 1 ein Traum in Erfüllung: Die erste Besiedelung des Mondes! Für Horatio hingegen war es, als ob sich eine Schlinge um seinen Hals legte. Sein Leidensweg hatte mit dem Tod seiner Frau begonnen.</h4>
<h4>Er vermochte sich an jedes Detail jenes schrecklichen Tages erinnern, als seine Frau bei der Reparatur an dem Sauerstofftank in einem Feuerball verschwand. Nur mit Mühe hatte die Crew die ISS vor einem weiteren Unglück bewahrt. Seid jenem Tag vor sieben Jahren fühlte Horatio sich schuldig, der Verlust seiner Frau war wie glühendes Gestein, dass sich für ewig in sein Herz gebrannt hatte. Der Schmerz wollte nicht vergehen. Selbst die tröstenden Worte seiner Freunde hatten nichts daran geändert. Durch den Verlust seiner Frau war er frühzeitig zur Erde zurückgeschickt worden, damit er sie in Ruhe beerdigen konnte. Auch wenn es nur ein leerer Sarg gewesen war. Es war ein verregneter finsterer Novembermorgen gewesen und er schmeckte noch immer den salzigen Regen auf seinen Lippen, während der schwarze Sarg, bestückt mit weißen und roten Rosen, in die Erde hinab gelassen wurde. Sein bester Freund hatte damals die Rede gehalten, zu der er nicht fähig gewesen war. Die Zeit nach der Beerdigung vergrub sich Horatio immer mehr in seiner Wohnung. Selten ging er raus, er rief auch keinen an, der ihn aus seiner Trauer hatte befreien können, die ihn einsperrte. Ein Jahr verging und erste Jahrestag seiner verstorbenen Frau näherte sich. Er hatte unzählige Anrufe auf seinem Anrufbeantworter ignoriert. Betäubt von der Ohnmacht seiner eigenen Trauer, raffte er sich endlich an diesem Tag wieder auf. Er schleppte sich zu der Kirche im südlichen Viertel von New York, wo er seine Frau geheiratet hatte. Es war der Tag, an dem er Ismael begegnete, der leise betend vor dem Christusbild kniete. Fasziniert beobachtete ihn Horatio, wie der Mann von israelischer Abstammung leidenschaftlich und voller Hingabe seine Gebete murmelte. Damals hatte Horatio nicht gewusst, dass Ismael einer der Führer der Bewegung „Freie Erde“ war. Deren Grundsatz war es, jegliche Art der menschlichen Technologie abzulehnen. Diese Gruppe lebte weit außerhalb der Schutzzone der Kuppeln in unterirdischen Farmen, die netzartig miteinander verbunden waren. Er hatte viele dieser unzähligen Berichte in den Medien verfolgt und ihnen ihre Lügen über diese Organisation geglaubt. Still ließ er sich an jenem Tag auf die Holzbank nieder. Er war sich damals schäbig vorgekommen, als er Ismael verstohlen beim Gebet beobachtete…</h4>
<h4>Horatio spürte den kleinen Zünder in seiner Hosentasche und schenkte Nadja und Vladimir ein zuversichtliches Lächeln. Er durfte jetzt nicht nachlassen, auch wenn Nadja und Vladimir durch sein geplantes Handeln starben. Dazu war das Leben der Erde viel zu wichtig. Die Erde war ein Geschenk Gottes, das der Mensch schrecklich missbraucht hatte. Die atomaren Verseuchungen in einigen Regionen, die „Deadlands“ genannt wurden, waren nur das kleinste aller Probleme. Dagegen war sein Leben ein verdorrtes Blatt, dessen Ende sich näherte.</h4>
<h4>„Ja“, gestand Horatio sich ein, „Sie fehlt mir sehr. Aber die Besiedelung des Mondes hat Vorrang!“ Doch in Gedanken, die er für sich behielt und stets tief in sich begrub, dachte er genau das Gegenteil.</h4>
<h4>Ein sanftes Vibrieren ging durch die Galileo 1 als die ersten Triebwerke gezündet wurden, die sie auf Abstand zu der ISS bringen sollten. Der Pilot, der das Schiff steuerte, hatte dieses wichtige Manöver Stunden um Stunden im Simulator geübt. Auch ihn kannte Horatio gut. Hinzu kam, dass Horatio als erster Kommandeur das Kommando erhielt, falls der Kapitän der Galileo 1 ausfiel. Die ideale Ausgangsposition, um seinen Plan umzusetzen.</h4>
<h4>Horatio verabschiedete sich von Vladimir und Nadja, die sich für die Kyrotanks vorbereiteten. Er gab vor, seinen Inspektionsgang fortsetzen zu wollen und ging weiter den schmalen Steg entlang, der eine Gesamtlänge von fast einhundert Metern umfasste. Ständig musste er sich an Wissenschaftlern und Arbeitern vorbeidrängen. Dabei überkam ihn die Angst, dass jemand aus Versehen gegen ihn stieß und den Zünder aktivierte.</h4>
<h4>Die Ärzte verabreichten den Wissenschaftlern und ihren Mitarbeitern ein Mittel, das den Herzrhythmus verlangsamte. Das Zischen der Kyrokammern und der weiße Rauch hüllten bald den Steg in einen unheimlichen Nebel, der durch das künstliche Licht noch gespenstischer wirkte. Eine Durchsage schnarrte blechern durch den Korridor.</h4>
<h4>„Kommander“, schnarrte die Stimme aus den in den Wänden eingebauten Lautsprechern. „Kommen Sie sofort zur Brücke!“ Horatio blieb abrupt auf der Stelle stehen und wandte sich den Kyroschlaftanks zu. Er beobachtete, wie sich die letzte Kammer mit einem Klicken schloss. Der Arzt schenkte ihm keine Beachtung, als sich Horatio an ihm vorbeidrängte. Doch er spürte den seltsamen Blick des Arztes auf seinem Rücken. Horatio bemerkte, dass sich die Stimmung innerhalb der wachen Crew veränderte. Verstohlene, skeptische Blicke folgten ihm, das konnte er spüren. Ihm entging nicht, wie sich die Kollegen von ihm abwandten und tuschelten. Die Luft schien plötzlich vor Spannung zu knistern. Nach wenigen Minuten erreichte Horatio die Brücke. Doch er verharrte für einen Augenblick vor dem geschlossenen Schott. Nervös wanderte seine Hand in die Hosentasche seiner Overalls und betastete den Zünder. Er war bereit, er kannte das Ziel.</h4>
<h4>Die Galileo 1 begann jetzt erst mit der Umrundung der Erde, um auf die nötige Geschwindigkeit zu beschleunigen, die sie innerhalb von einem Monat zur Mondbasis bringen würde. Horatio schluckte, öffnete das Schott und trat auf die Brücke. Der Kapitän der Galileo 1 stand neben dem Offizier und legte das E-Book beiseite, als Horatio eintrat. Auch hier umfing ihn die angespannte Atmosphäre, die das ganze Raumschiff zu erfassen schien.</h4>
<h4>„Sir, Sie wollten mich sprechen?“, wandte er sich dem älteren Kapitän zu, der ihn misstrauisch musterte.</h4>
<h4>„Ja, wir haben soeben die Meldung erhalten, dass sich ein Terrorist hier an Bord befindet.“ Der Kapitän musterte ihn eindringlich und Horatio kam der unangenehme Gedanke, dass jemand doch seine wahren Absichten erkannt haben könnte.</h4>
<h4>„Ja, Sir!“ , bestätigte Horatio und bemühte sich gelassen zu wirken. Doch der Kapitän blickte ihn skeptisch an. Horatio begriff, dass er der Kapitän unterschätzt hatte. Hinter den ergrauten Schläfen und dem faltigen Gesicht wachte ein reger Geist, der ihm diesen Posten eingebracht hatte – nicht zu vergessen sein Patriotismus in Bezug auf die Mondbesiedelung. Horatio ließ die Hand in die Hosentasche zurück gleiten, umfasste mit der Hand den Auslöser und suchte innerlich fieberhaft nach einer Ausrede.</h4>
<h4>„Laut dem FBI soll es jemand sein, der auf der Brücke tätig ist. Daher werden folgende Maßnahmen getroffen: Alle Brückenmitglieder finden sich auf der Brücke ein“, fuhr der Kapitän fort und ließ den Blick über die versammelte Crew auf der Brücke wandern. In jedem Gesicht versuchte er den Attentäter zu finden. Horatios Herz klopfte bis zum Hals.</h4>
<h4>„Bitte richten Sie sich auf einen längeren Aufenthalt auf der Brücke ein. Wir werden hier essen, trinken und in den vorgegebenen Schichten schlafen“, befahl der Kapitän in einem gewohnten Tonfall, der keinen Widerspruch duldete. Dann schlossen sich die Schotten der Brücke und Horatio wusste, dass er in einer Falle saß. Immer noch tauschten die Männer und Frauen der Brückencrew ungläubige Blicke, während die Galileo 1 in die Umlaufbahn zur Beschleunigung ansetzte. Eine junge Brückenoffizierin, die an der Kommunikationskonsole saß, wandte sich an den Kapitän. „Wie und woher wollen Sie wissen, wer der Attentäter von uns ist?“</h4>
<h4>Die Frage hing bleiern im Raum und verstärkte die angespannte Stimmung umso mehr. Horatio setzte sich auf seinen Platz und wischte sich mit dem Ärmel den Schweiß von der Stirn. Angstschweiß war kein gutes Zeichen. Er könnte ihn verraten, wenn er nicht eine geschickte Ausrede  parat hatte. Allerdings bemerkte es keiner, weil der Rest der Crew sich auf den Kapitän konzentrierte. Wenn der Zeitpunkt gekommen war, würde Horatio dieses Schiff zerstören und zur Hölle schicken. Sie waren es gewesen, die seine Frau hatten sterben lassen, wie sie es auch mit der Natur und der Erde taten. Leise begann Horatio ein Gebet zu murmeln, es gab ihm Kraft. Es gab keine Rechtfertigung, weshalb der Mensch jemals dazu geschaffen sein sollte auf dem Mond zu leben. In der Bibel stand es geschrieben, dass der Mensch nur auf Erden wandeln sollte.</h4>
<h4>Horatio dachte fieberhaft nach. Er kannte die Prozedur in- und auswendig. Und er hoffte, dass ihm rasch was einfiel, bevor der Kapitän ihn befragen konnte. Danach würde jeder von ihnen abgetastet werden, das musste er verhindern! Seine Gedanken rasten. Was sollte er tun? Er saß unweigerlich in einer Falle. Panik breitete sich in ihm aus, während der Kapitän jeden Einzelnen vortreten ließ und einer der Sicherheitsoffiziere die Leibesvisitation vornahm. Der Kapitän setzte die Befragung fort, die immer aus den gleichen Fragen bestand. Zwei Stunden später kam Horatio an die Reihe. Er hatte die rechte Hand in die Hosentasche gesteckt und betastete den Zünder. Seine Panik schlug in Verärgerung um. Wie es das Protokoll in dieser Situation vorgab, fertigte der Kapitän die Crewmitglieder mechanisch ab. Diese Menschen durften niemals den Mond betreten!</h4>
<h4>Der Soldat trat vor und wollte ihn abtasten, aber Horatio machte keine Anstalten seine Arme auszustrecken. Er, der erste Kommandeur dieses Raumschiffes, hielt nun das Schicksal aller an Bord in den Händen. Er erinnerte sich an den Tag, als seine Frau in dem schrecklichen Feuerball starb und der jetzige Kapitän der Galileo 1 Samuel Hokaido tatenlos ihren Tod mit angesehen hatte. Obwohl er sie hätte retten können! Er hatte es nicht verdient weiter zu leben! Verwundert starrte ihn der Soldat an, als dieser bemerkte wie sich Horatio´s Augen mit Hass füllten. Er forderte ihn ein zweites Mal auf, die Hände auszustrecken, aber Horatio verharrte weiterhin in seiner Haltung. Dann zog er langsam die Hand aus der Hosentasche.</h4>
<h4>„Bleiben Sie, wo Sie sind!“ rief er und hielt den Zünder hoch, damit alle ihn sehen konnten. Erschrockene Blicke und plötzlich erbleichte Gesichter starrten ihn an. Der Kapitän schluckte sichtbar bei dem Anblick des Zünders. Horatio wusste, dass er in der Unterzahl war und er kannte das Verfahren sehr gut, wenn er jetzt nicht handelte.</h4>
<h4>„Sie, Kapitän, bleiben hier, der Rest verlässt die Brücke“, befahl er in gewohnten Befehlston, Kapitän begriff und nickte stumm der Crew zu. Horatio lauschte dem öffnen der Luken und sah aus den Augenwinkeln wie ihn seine Freunde und Kollegen irritiert anstarrten. Gerade von ihm hatten sie es am wenigsten erwartet. Nach fünfzehn Minuten schloss einer der Offiziere das Schott hinter sich. Doch er blickte voller Sorge durch das schmale Bullauge.</h4>
<h4>„Warum?“, fragte der Kapitän Horatio entsetzt. Seine Enttäuschung konnte selbst Horatio nicht übersehen. Er hatte vor einer Viertelstunde all das verraten, woran der Kapitän der Galileo 1 geglaubt hatte. Doch Samuel Hokaido hatte seine Frau auf dem Gewissen! Horatio umfasste den Zünder fester. Es gab für ihn schon lange kein Zurück mehr. Mit seiner Frau war auch sein Mitgefühl für die Menschen gestorben, die die Erde immer mehr zerstörten. Er wusste, er war nicht der Einzige, der so dachte. Nur wenn die Menschen von der Erde getilgt würden, war die Erde endlich frei.</h4>
<h4>„Sie sind einer von jenen, die die Erde zerstören!“, gab Horatio grimmig zurück. Tat er das Richtige, indem er Menschen mit in den Tod nahm? Mit jedem Atemzug  und jeder verstreichenden Minute wurden die Zweifel in ihm stärker. Schweiß trat auf seine Stirn, während er langsam rücklings zurück trat ohne dabei den Kapitän aus den Augen zu lassen. Hokaido erhob sich langsam aus seinem Sessel und wollte ihn beschwichtigen.</h4>
<h4>„Wir können über alles reden!“</h4>
<h4>„Sie wollen doch nur Zeit schinden.“</h4>
<h4>„Hören Sie, Kommander, dieses Schiff ist nicht das Letzte und das wissen Sie ebenso genau wie ich!“, bemühte sich Kapitän Hokaido die Situation zu entschärfen. Die Spannung zwischen den beiden Männern ließ die Atmosphäre auf der Brücke noch kälter wirken. In der Luft war die Anspannung der beiden Männer förmlich greifbar. Horatio trat an die Navigationskontrolle des Raumschiffes. Er drückte zwei Zahlen in den Nummernblock. Danach durchfuhr das Raumschiff ein sanftes Zittern als sich die Steuertriebwerke aktivierten und einen zuvor heimlich einprogrammierten Kurs aufnahmen. Mit Entsetzen starrte Kapitän Hokaido auf den Horizont als das Schiff sich der Sonne zudrehte.</h4>
<h4>„Sie sind vollkommen verrückt geworden?!?“, rief er. Seine dunkle Hautfarbe wurde blasser als er Horatios Plan begriff. Er selbst hatte ihm das Programmieren des Kurses anvertraut, nun musste er feststellen, dass dies ein schrecklicher Fehler gewesen war.</h4>
<h4>In zehn Minuten war das Umschwenkmanöver abgeschlossen und Horatio konnte endlich nach sieben Jahren der intensiven Vorbereitung seinen Sieg feiern und die Erde von dem Abschaum wie dem Kapitän befreien. Horatio genoss den jämmerlichen Anblick Hokaidos. Ein selbstgefälliges, arrogantes Lächeln huschte über seine Züge. Ja, da stand er und musste mit ansehen, wie sein geliebtes Raumschiff Kurs auf die Sonne nahm. Für einen Augenblick schien die Zeit stehen zu bleiben. Eine unheimliche Stille baute sich zwischen den beiden Männern auf, das Schweigen lastete schwer zwischen ihnen. Ein paar Herzschläge lang starrten sich die beiden Männer an. Horatios griff um den Zünder wurde fester. Er hatte ihm keine andere Wahl gelassen. Doch Horatio bemerkte auch, dass Kapitän Hokaido warme, gütige Augen besaß, und er fragte sich, wie so jemand fähig war, tatenlos mit anzusehen wie ein Mensch bei lebendigem Leib verbrannte.</h4>
<h4>Aus dem Funkgerät tönte eine Stimme eines Mitarbeiters der Bodenstation auf der Erde und fragte, warum die Galileo 1 so unerwartet den Kurs geändert hatte.</h4>
<h4>„Was fordern Sie?“, fragte der Kapitän Horatio, der ihm breit grinsend antwortete:</h4>
<h4>„Ihr Leben für das Leben meiner Frau und die Befreiung der Erde von Menschen wie Ihnen!“</h4>
<h4>Kapitän Hokaido schluckte seinen Zorn hinunter.</h4>
<h4>„Ich hatte damals keine andere Wahl. Wir konnten ja nicht ahnen, dass der tank manipuliert worden war“; gab Kapitän Hokaido mit gebrochener Stimme zurück. „Geben sie das Schiff frei!“</h4>
<h4>Es klang in Horatios Ohren wie Hohn, Hokaido spielte doch nur den gebrochenen Mann. „Immer wieder sehe ich in meinen Träumen wie sie verbrennt. Ich werde den Verlust ihrer Frau nicht aufwerten können.“</h4>
<h4>„Sie sind alle so gut wie tot“, hob Horatio warnend den Zünder in die Luft. Es schmerzte ihn zu sehen, wie die harte Schale des Kapitäns aufbrach und ein Mann zum Vorschein kam, der von jenen Geistern gequält wurde, die er selbst geschaffen hatte. Doch für Horatio war er nur der Mörder seiner Frau.</h4>
<h4>„Die Erde muss befreit werden!“, rief Horatio unsicher und bemühte sich seine Stimme fest und entschlossen klingen zu lassen. Er hielt sich an die Parole der Organisation wie ein Betrunkener, der in den Fluten einer stürmischen See nach dem Rettungsring griff. Kapitän Hokaido hatte geglaubt, ihn zu kennen, nun zeigte Horatio hemmungslos sein wahres Gesicht, dass er sorgfältig hinter der Maske des Gehorsams verborgen gehalten hatte. In Hokaidos spielten sich Zweifel, gepaart mit Zorn, ab. Horatio genoss diesen Anblick ohne sich von dem Kapitän beeindrucken zu lassen. Hokaido hatte die Erde auf schändliche Weise verraten – indem er durch sein Handeln die Industrie förderte, die für Zerstörung der Natur verantwortlich war.</h4>
<h4>In den armen Ländern herrschten schreckliche Dürreperioden und Hungersnöte, dabei arbeiteten die Menschen für einen Hungerslohn für jene, die die Erde sterben ließen. Von diesem schrecklichen Kreislauf betroffen, hatte Horatio begriffen, dass der Mensch die wahre Ursache dieses teuflischen Kreislaufs war. Isamel hatte Recht gehabt mit seinen Predigten.</h4>
<h4>„Sie tun das Falsche!“, beschwor ihn der Kapitän erneut und trat auf Horatio zu, der den Zünder hochhielt wie eine Trophäe. Nur noch wenige Schritte trennten die beiden Männer voneinander.</h4>
<h4>„Kommen sie nicht näher!“, rief Horatio und hob erneut warnend die kleine Fernbedienung. Die Anspannung auf der Brücke war durchsetzt von Zorn und Entsetzen, während jede Sekunde wie eine Ewigkeit zu vergehen schien. Das Schiff würde mit der zweiten Umrundung der Erde den unweigerlichen Kurs auf die Sonne nehmen: Plötzlich sprang Hokaido vor und versuchte Horatio den Zünder aus der Hand zu reißen. Während es Gerangels flog plötzlich die Fernbedienung aus Horatios Hand. Mit Entsetzen sahen beide Männer zu wie sie auf der Konsole mit dem Schalter voran, aufschlug. Einige Herzschläge lang starrten die Männer wie gelähmt auf den Zünder, der mit einem leisen Klick gegen die Panzerglasscheibe flog. Doch nichts geschah!</h4>
<h4>Keine Explosion erschütterte das Raumschiff. Dann schnarrte eine geisterhafte Stimme durch die Lautsprecher.</h4>
<h4>„Abbruch! Übung beendet! Alle Mann zurück auf ihre Positionen.“ Der Kapitän schenkte Horatio ein selbstgefälliges Grinsen und half ihm auf.</h4>
<h4>„Gut gemacht, Kommander!“, lachte er. Nur zögernd erwiderte Horatio jenes zufriedene Lächeln seines Vorgesetzten. Kapitän Hokaido lobte ihn, während sich hinter ihnen das Schott öffnete und die Brückencrew wieder ihre Plätze einnahmen, als wäre nichts geschehen.</h4>
<h4>„Das war schon sehr gut, aber wir müssen unbedingt mehr üben!“, fuhr Kapitän Hokaido zufrieden fort. Er entließ Horatio, während einer Offiziere die Zünderattrappe von der Konsole nahm. Keiner der Offiziere oder der Crew beachtete ihn. Innerlich biss sich Horatio verärgert auf die Lippen. Beinahe wäre es ihm gelungen sich selbst zu verraten. Er eilte an den Technikern vorbei und verschloss sofort das Schott seiner vier Mal vier Meter großen Kabine hinter sich. Er kniete sich nieder, um eines der Belüftungsgitter zu lösen, die sich unterhalb seines Bettes befanden. Lautlos legte er das schmale Gitter beiseite und atmete erst auf, nachdem er den echten Zünder aus seinem Versteck gezogen hatte. Erleichtert und vom Schweiß gebadet, sank er auf den Boden. Seine wahre Mission die Galileo 1 zu zerstören war nicht gefährdet.</h4>
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		<title>4. Kapitel Das Licht im Dunkel / Angelswords</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Mar 2011 13:37:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Season Angelswords - Kapitel 4]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Licht in der Dunkelheit Der stetige Rhythmus ihrer Schritte hallte an den Wänden des langen kargen Korridors wider. Dagegen wirkte das Klappern der Reagenzgläser in dem stählernen Kästchen beinahe wie aus dem Takt geraten. Es war um die Mittagszeit und die meisten Patientinnen hielten sich im Aufenthaltsraum auf und plauderten munter miteinander. Claudia senkte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Das Licht in der Dunkelheit </span></strong></p>
<p>Der stetige Rhythmus ihrer Schritte hallte an den Wänden des langen kargen Korridors wider. Dagegen wirkte das Klappern der Reagenzgläser in dem stählernen Kästchen beinahe wie aus dem Takt geraten. Es war um die Mittagszeit und die meisten Patientinnen hielten sich im Aufenthaltsraum auf und plauderten munter miteinander. Claudia senkte den Blick auf die Reagenzgläser, die alle mit einem Strichcode versehen worden waren. Auf diese Art und Weise wurden die Blutproben der schwangeren Frauen zu neutralen Codes, um später die „Babys auszusieben“, wie es die Ärzte und Wissenschaftler nannten. Claudia fror in ihrem dünnen Schwesternkittel. Selbst die dicke Baumwollkleidung, die sie darunter trug konnte heute nicht die Kälte aus ihren Gliedern vertreiben. Strenge Energiesparmaßnahmen zwangen die UHO dazu, zeitweise den Strom und die Heizungen abzuschalten. Statt die Gelder in den Erhalt der Infrastruktur zu stecken, konzentrierten sich die Regierungen mehr denn je auf den Krieg mit den Atlantern – auf Kosten der Bevölkerung.</p>
<p>Das Tagelicht fiel schräg durch die hohen Fenster und ließ Staubpartikel glitzern, die in der Luft tanzten als Claudia sie aufwirbelte. Sie erschauderte jedes Mal, wenn sie diesen Gang zu den Loboratorien entlangging, die sich hinter einer massiven Stahltür befanden. Zwei Soldaten, beide trugen Tarnfleckuniformen und ihre Kalaschnikows fest im Anschlag, blickten sie finster und bedrohlich entgegen. Claudia schluckte bei dem Anblick der Männer. Sie senkte den Blick, kramte schweigend ihre Karte aus der Brusttasche hervor und zog sie durch das Lesegerät. Ein kurzer Piepton erklang und die Tür wurde entriegelt. Warme, nach Desinfektionsmittel riechende Luft schlug ihr entgegen. Widerwillig betrat Claudia den Raum. Hinter einer Glasstahltür lag ein weiterer weißer Gang – eine genaue Kopie des Ganges, den sie gekommen war. Mit einem lauten Klack fiel die Stahltür hinter Claudia ins Schloss. Daraufhin aktivierte sich zischend der Dekontaminationsprozess in der Luftschleuse. Das gasförmige Desinfektionsmittel, das durch Gitterstäbe gepumpt wurde, biss in ihrer Nase und raubte ihr für einen Augenblick den Atem. Nach dreißig Sekunden verflog der Dampf, am anderen Ende der Schleuse öffnete sich endlich die Tür und Claudia war dankbar, dass sie wieder frische Luft atmen konnte. Sie hasste die Dekontamination jedes Mal mehr.</p>
<p>Claudia ging den Gang entlang. Hinter dicken Panzerglaswänden arbeiteten ihre Kollegen verpackt in orangenen Schutzanzügen. Einige grüßten sie oder nickten ihr kurz zu, während sie sich auf die letzte Tür in dem gläsernen Korridor zuging. Abseits der anderen Kollegen, arbeitete ein einzelner Mann in einem weißen Kittel in dem hermetisch abgeriegelten Bereich. Er untersuchte die Blutproben auf etwas ganz Besonderes. Während seine Kollegen das Blut von Atlanterinnen nach neuen Krankheitserregern untersuchten, verbrachte er seine zeit damit, nach einem bestimmten Genom zu forschen, was charakteristisch für die Atlanter war.</p>
<p>Sie klopfte an die Glastür. Frank Schuhmann warf gerade einen interessierten Blick durch das Okular des Mikroskops. Er sah nicht einmal auf als Claudia den Raum betrat.</p>
<p>„Hallo Frank, hier die neuen Blutproben“, entgegnete Claudia und stellte das Kästchen mit den Reagenzgläsern auf den Tisch neben das Mikroskop. Der Mann hob den Kopf und schenkte den wenigen Reagenzgläsern einen abfälligen Blick. In seinem schmalen Gesicht stand Arroganz gepaart mit Neugier. Frank Schuhmann war um die Dreißig und galt als erfahrender Biologe: Dunkelblondes kurzgeschnittenes Haar umrahmte seine Gesichtszüge. Seine Augen waren dunkelbraun und glänzten matt im Schein der Neonlampen. Claudia sah zum Fenster hinaus und bemerkte, dass es wieder angefangen hatte zu schneien.</p>
<p>„Immer weniger Frauen lassen sich auf das Genom testen“, seufzte er und wandte sich wieder dem Mikroskop zu. Claudia schien er nur noch am Rande wahrzunehmen. Aber was sollte sie schon von Frank erwarten. Er und sein Team waren damals durch Zufall auf dieses Genom gestoßen. Wehmütig dachte sie an das alte Labor. Es war bei weitem nicht so modern ausgestattet gewesen wie dieses hier. Zwar waren ihre Geräte nun besser, doch frank war als Entdecker des Genoms nur noch zu einem Suchenden degradiert worden, statt ihn Leiter des Projekts einzusetzen. Sie selbst hatten sei damals in eine andere Abteilung abgeschoben. Doch ließ Frank bis heute keinen Widerspruch gelten, was die Unterstützung der UHO betraf. Wusste er überhaupt, was mit den Babys nach der Entbindung geschah? Hatte er jemals mit einer der Frauen gesprochen, die nach ihren Kindern schrieen? Und manchmal fragte sie sich Claudia, was wirklich mit jenen Babys geschah, doch sie vergrub ihre Gedanken tief in sich. Hätte er doch niemals seine Entdeckung der Regierung gemeldet. Aber ändern konnte das Claudia nicht mehr.</p>
<p>Frank sah vom Mikroskop auf und drehte ihr das Gesicht zu.</p>
<p>„Was hast du?“, fragte er. Sie kannte Frank seit mehr als zehn Jahren. Sie hatte erlebt, wie er frisch von der Universität als Trainee angefangen hatte. Er war wahrlich ein Genie was den Bereich Genetik betraf, doch fehlte es ihn an der nötigen Sensibilität für Menschen und ihr Leid.</p>
<p>„Tun wir das Richtige?“, fragte sie ihn schlicht und wandte sich von dem Schneetreiben ab.</p>
<p>„Hast du Zweifel? Glaube mir, wir tun das Richtige, in dem wir uns dieses Genom selbst zunutze machen“, beschwichtigte er sie. An Claudia nagten Zweifel. Sie hatte als Kind an der mexikanischen Grenze erlebt wie brutal Menschen anderen gegenüber sein konnten. Das war, bevor sie nach Deutschland ausgewandert war. Und was er tat, war kein Stück besser. Sie musste Frank daran erinnern. Aber wie? Er war fest entschlossen, die Mittel der UHO zu nutzen, aber solange er hier eingesperrt und fernab der wahren Geschehnisse in der Welt arbeitete, war er nur ein Vogel in einem Schaukasten.</p>
<p>„Ach nichts, aber ich würde mich freuen, wenn wir uns wieder auf einen Tee treffen würden“, winkte sie ab. Auf Franks Stirn bildeten sich tiefe Falten und er sah sie skeptisch an.  Dann schenkte er ihr sein strahlendes Lächeln.</p>
<p>„Sicher, heute Nachmittag habe ich Zeit. Sagen wir sechszehn Uhr bei dir? Hast du wieder diesen wunderbaren schwarzen Tee bekommen?“</p>
<p>„Ja, alles da“, lächelte sie und ging zurück zu der Glastür. Er ahnte nichts und doch war er die einzige Hoffnung, die sie noch hatte, um wenigstens einige atlantische Babys vor dem Zugriff der Regierung retten zu können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>In dem obersten Stockwerk des UHO-Towers saß ein Mann Mitte Vierzig in einem kleinen Büro. Geschockt starrte Herr Doktor von Weihenstein auf die E-Mail, die sein Bildschirm zeigte. Jegliche Farbe war aus seinem Gesicht gewichen. Der Inhalt dieser Mail belastete ihn sehr. Nervös strich er sich durch sein kurzgeschnittenes Haar. Es gab keinen Zweifel mehr, dass es einige Menschenrechtler tatsächlich geschafft hatten sich in diesen Standort einzuschleusen. Er war zwar nur ein kleiner Angestellter des Stabs, doch Doktor von Weihenstein stand in der Weiterleitung dieser E-Mail, was die ganze Sache erschwerte. Sicher würde man ihn bitten, alle möglichen Statistiken einzusammeln, bevor er handeln konnte. Die UHO war eine Organisation, die direkt der Regierung unterstand. Es war allgemein schon schwierig genug die Informationen zu erhalten, die er brauchte. Die Regierung bewegte sich auf einem schmalen Grad, wo sie im schlimmsten Fall nur verlieren konnte. Doch die Nachricht, dass weitere Menschen nach Atlantis gebracht werden sollten, würde die Lage mehr als verschlimmern, auch wenn es ein Teil des Friedenvertrages war. Es hieß nichts anderes, als dass die Erdstaaten ihre Waffen vor den Atlantern streckten.</p>
<p>Plötzlich kam ihm eine Idee. Die Atlanter brauchten Menschen? Dass konnten sie sich zunutze machen. Er griff zu seinem Mobiltelefon und stürzte schweißgebadet aus seinem Büro, wo er fast mit einer der Sekretärinnen zusammen stieß. So schnell er konnte, eilte er zum Lift und wählte eine Telefonnummer.</p>
<p>„Wir müssen uns sofort sehen!“, verkündete er seinem Gesprächspartner völlig außer Atem.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Wohnung, die Claudia mit ihrem Mann bewohnte, war winzig. Fünfzig Quartdrahtmeter  waren einfach zu klein für eine vierköpfige Familie. Die Wohnung hatte ihnen das Arbeitsamt zugewiesen, nachdem ihr Mann frühzeitig in Rente gegangen war. Doch wie so oft fehlte das Geld, um sich eine bessere Wohnung leisten zu können. Trotz seiner Frührente ging ihr Mann noch immer Teilzeit arbeiten. Claudia ließ die Haustür hinter sich ins Schloss fallen und lehnte sich seufzend gegen die eiskalte Haustür. Für einen Augenblick schloss sie die Lider. Innerlich dachte sie an die Blutproben, die sie ins Labor gebracht hatte. Sie schluckte bei dem Gedanken, dass sie diejenige gewesen war, die den Kindesraub unterstützte. Manche Frauen waren glücklich, dass sie ihre ungewollten Kinder in staatliche Hände gaben. Anderen zerriss es das Herz, wenn ihnen das Kind genommen wurde. Für einen Augenblick schob Claudia die finsteren Gedanken beiseite und schloss die Welt aus. Doch die tiefe Baritonstimme ihres Ehemanns holte sie zurück in die Realität.</p>
<p>„Einen harten Tag gehabt?“, lächelte er sie an. Sein Gesicht war gezeichnet von der harten Arbeit, die er im Straßenbau geleistet hatte. Er wirkte blasser als sonst. Lächelnd streckte er ihr einen Becher heißen Kakao entgegen. Da die Wohnungsgesellschaft nicht mehr regelmäßig das Gas bezahlen konnte, war es selbst in der Wohnung eiskalt und sie war dankbar, sich ein wenig aufwärmen zu können. Seit Monaten stand der Plattenbau im Osten Berlins bereits zum Verkauf. Wehmütig dachte sie an früher. Damals hatten sie sich wenigstens noch Kaffee gönnen können, aber die Zeiten waren nun vorbei. Seit der Rückkehr der Atlanter hatte sich vieles verändert. Die gesellschaftliche Schicht zwischen Arm und Reich wurde immer weiter und immer mehr mittelständische Unternehmen verschwanden oder wurden von den großen Konzernen aufgekauft.</p>
<p>„Heute Vormittag hat Sven angerufen. Er sagte es sei dringend und dass du ihn treffen sollst. Treffpunkt wie immer“, fuhr ihr Mann fort. Claudia war sofort hellwach. Das war ungewöhnlich für Sven. Irgendetwas musste passiert sein! Sie gab ihrem Mann die Tasse zurück und sah, dass der Zeiger kurz vor siebzehn Uhr anzeigte, das Café schloss aber schon um achtzehn Uhr. Irritiert blickte ihr Mann sie an.</p>
<p>„Du willst dich nicht allen Ernstes wieder mit ihm treffen!?! Das Risiko ist zu hoch!“, warnte er sie. Aber da fiel auch schon hinter Claudia die Haustür ins Schloss.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Menschen hasteten an ihr vorbei, während sie sich durch die Menge kämpfte, die Claudia aus dem Center Alexa entgegen strömte. Diese Menschen mit ihren vollgepackten Einkaufstüten konnten sich weitaus mehr leisten als sie und ihre Familie, die jeden Cent mehrfach umdrehen mussten. Dass die Kluft zwischen Arm und Reich wurde immer größer spürte man besonders, wenn man den S- und U-Bahnhof am Alexanderplatz verließ. Obdachlose mischten sich unter die Straßenkinder, die hier auf der Rückseite des Bahnhofs einen Schlafplatz für eine Nacht, medizinische Versorgung und warme Mahlzeiten erhielten. Dagegen wirkte das Alexa protzig und verhöhnte die unübersehbare Armut. Claudia ließ sich eine Weile durch die Menge im Alexa treiben. Dann erreichte sie den richtigen Ausgang und wechselte die Richtung.</p>
<p>Das Café lag in einer kleinen Seitenstraße auf der anderen Seite des Shoppingcenters. Die Dunkelheit hatte sich bereits wie eine Decke über die Stadt gelegt, nur ein Teil der Straßenlampen erhellten mit ihren kühlen, hellen Lichtkegeln den Platz. Umso finsterer wirkten die Schatten als sie das rote Gebäude des Centers hinter sich ließ. Sie bog rechts ab und erblickte bereits aus der Ferne das vertraute gelbe neonschild des Cafés Rottenberg. Die Fensterscheiben waren von innen beschlagen. Die Gäste wirkten schemenhaft hinter der Glasfront. Claudia öffnete die Glastür und wurde von dem vertrauten Kaffeeduft empfangen. An der Fensterseite waren die Tische besetzt, aber niemand schenkte ihr Beachtung. Leises Gemurmel und Geschirrklappern untermalten die gemütliche Atmosphäre. Sie ließ den Blick über die Gäste schweifen. In einer Rundecke entdeckte sie schließlich Sven, der unruhig mit seinem Feuerzeug spielte. Er hatte seinen Wollmantel nicht abgelegt und sah verärgert auf, als Claudia ihre Jacke ablegte und sich einen Kaffee bei der Kellnerin bestellte. Sie ließ sich auf die rotgefärbte Ledercouch nieder und straffte sich. Sven war ihr Pflegesohn und sah ihr in keiner Weise ähnlich. Er hatte zwar nur ein Jahr lang bei ihnen gelebt, doch der Kontakt war nie abgebrochen. Er hatte sie erst dazu überredet, sich seiner Gruppierung anzuschließen, die sich gegen die Machenschaften der UHO auflehnte.</p>
<p>Sven war von schlaksiger Figur. Man sah ihm nicht an, dass er jeden Morgen joggte. Seine schiefe Nase und die hellblauen Augen unterstrichen seine gut aussehenden Gesichtszüge. Er trug noch immer seinen Anzug, Hemd und Krawatte, die er bei der Arbeit trug. Claudia kam gleich auf den Punkt.</p>
<p>„Warum hast du mich her bestellt?“</p>
<p>Er zog die Kerze zu sich heran und zündete sie an.</p>
<p>„Es gibt ein Licht in der Dunkelheit!“</p>
<p>Claudia starrte ihren Pflegesohn überrascht an. Sie hatte mit allem gerechnet, aber dass sich ihre Pläne so schnell entwickeln würden, verblüffte sogar sie.</p>
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		<title>3. Kapitel Samenkorn / Angelswords</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Feb 2011 14:09:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Season Angelswords - Kapitel 3]]></category>

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		<description><![CDATA[Samenkorn Die Räume waren steril und karg. Nachdem eine Schwester sie auf ihr Zimmer gebracht hatte, ließ die junge Frau sich seufzend auf die harte Matratze des Metallbetts nieder. Das Zimmer war nicht mit dem Luxus zu vergleichen, den schwangere Frauen in der Stadt Atlantis im Haus der Erdenmutter genossen. Hier war alles ohne Leben, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Samenkorn</span></strong></p>
<p>Die Räume waren steril und karg. Nachdem eine Schwester sie auf ihr Zimmer gebracht hatte, ließ die junge Frau sich seufzend auf die harte Matratze des Metallbetts nieder. Das Zimmer war nicht mit dem Luxus zu vergleichen, den schwangere Frauen in der Stadt Atlantis im Haus der Erdenmutter genossen. Hier war alles ohne Leben, die Möbel wirkten abgenutzt und alt. Selbst jetzt drang die eisige Kälte durch die rau verputzten Wände.</p>
<p>Die junge Frau legte beruhigend die Hand auf ihren geschwollenen Leib, denn dieser ungastliche Ort beunruhigte auch ihr ungeborenes Kind. Viele der menschlichen Frauen besaßen ein natürliches Gefühl für das Leben, das sie umgab. Allerdings vertrauten sehr viele auf das Wissen der Wissenschaftler und Ärzte, die sie oft emotionslos und unhöflich behandelten.</p>
<p>Die junge Frau sehnte sich nach sanften Stimme ihres Mannes. Er hätte es nicht geduldet, dass sie ihr Kind der UHO übergab. Seitdem er gestorben war, um sie und ihr Kind zu retten, hatte sie nicht genug Kraft dazu, das Kind allein groß zu ziehen. Er fehlte ihr so sehr. Sie erinnerte sich zurück an den Tag, als sie ihn das erste Mal auf dem Markt gesehen hatte. In seinen braun-grünen Augen lag eine unendliche Güte und Wärme, die ihr Herz berührte. Diese Güte war es gewesen, die ihr Herz berührte. Diese Güte war es gewesen, die den Umstand verblassen ließ, dass er ein Mensch war. Er hatte sich damals freiwillig für das Austauschprogramm zwischen Atlantis und den Staaten der Menschen gemeldet. Damals war Damals war er neugierig gewesen auf ihr Volk, ohne zu ahnen, welche schreckliche Wahrheit unterhalb der Stadt lauerte. Ahnungslos, und auch ein wenig naiv, zeigte sie ihm ihre Welt – bis zu dem Tag, als ihre Liebe zu ihm sie ihr Priesteramt kostete.</p>
<p>Trotz all des Austauschs von Technologie und Wissenschaft wirkten Menschen primitiv und roh auf viele Atlanter, was nicht zuletzt daran lag, dass das Inselvolk den Menschen in der Evolution bereits einen Schritt voraus war. Als noch der Krieg zwischen Atlantis und den Menschen tobte, waren alle Vorurteile, die auf beiden Seiten herrschten, nur noch bestärkt worden.</p>
<p>Das Klopfen an der schäbigen Tür riss die junge Frau aus ihren Erinnerungen.</p>
<p>„Ja, bitte“, rief sie.</p>
<p>Die Tür schwang auf und ein Arzt und ein Arzt in einem weißen Kittel betrat das Zimmer. Er trug eine ovale Halbbrille, die ihn älter wirken ließ, als er vermutlich war. Ihm folgte eine stämmige, mürrisch dreinschauende Krankenschwester. Obwohl der Arzt die wartende Patientin anlächelte, entging der jungen Frau nicht, dass er sich kürzlich über etwas geärgert hatte. Sie atmete tief durch und zog die Ärmel ihrer Wolljacke über die vernarbten Handgelenke – eine der letzten Erinnerungen an ihr Leben als Priesterin des Lichts.</p>
<p>„Guten Tag, Frau Smith“, begrüßte sie der Arzt mit gespielter Höflichkeit mit ihrem falschen Namen, den sie angeben hatte als sie das Formular ausfüllt hatte.  Der Arzt war nicht größer als sie. In seinem dunklen Haar zeichneten sich erste graue Stellen ab, dunkle Ringe lagen unterhalb seiner müden Augen, die die Farbe des Meeres hatten. Alles in allem wirkte er überarbeitet und gehetzt und strahlte die gewisse Arroganz aller Gelehrten aus; die nach unten gezogener Mundwinkel unterstrichen diesen Eindruck zusätzlich.</p>
<p>„Ich bin Doktor Bernheim“ , stellte er sich vor. Er vermied es, der jungen Frau die Hand zu reichen. Stattdessen nahm er einen Stuhl, platzierte ihn vor ihr und setzte sich. Dann reichte ihm die Krankenschwester ein Klemmbrett. Sie blieb hinter dem Arzt stehen und betrachtete die Patientin, als wäre sie eine trächtige Kuh. Im Haus der Erdenmutter wäre solch ein Benehmen nicht geduldet, sondern auch hart bestraft worden, schoss es der jungen Frau durch den Kopf. Frauen wie diese Krankenschwester gehörten in der Kastenhierachie meist den unteren Kasten an und wurden nur zu einfachen Arbeiten herangezogen.</p>
<p>„Wie geht es Ihnen?“ , fragte Doktor Bernheim.</p>
<p>„Ganz gut“, antwortete die Patientin automatisch.</p>
<p>Der starre Blick der unsympathischen Krankenschwester machte sie unruhig. Schüchtern schürzte sie die Lippen.</p>
<p>„Leonora Smith“ , las Doktor bernheim ihren Namen vom Klemmbrett. „zuerst werden wir sie untersuchen, sowie eine Probe der DNS des Kindes entnehmen. Keine Sorge, Frau Smith“, sagte er beruhigend. „Es ist völlig ungefährlich für das Kind. Später wird Schwester Claudia Sie mit der Hausordnung vertraut machen und Ihnen die restlichen Aufenthaltsräume zeigen.“</p>
<p>Leonora nickte und schwieg. Ihr Kind musste leben, ansonsten war alles verloren.</p>
<p>„Gut“ , erwiderte Doktor Bernheim und fuhr kurz darauf fort: „Es interessiert uns nicht, warum Sie Ihr Kind uns überlassen wollen, aber ich kann Ihnen versichern, die UHO hat sehr gute Waisenhäuser.“ Danach wandte er sich der Krankenschwester zu. „Bereiten Sie alles vor“, wies er Schwester Claudia an.</p>
<p>Darauf erhob sich Dr. Bernheim und blickte auf Leonora herab. Gerade dieser Ausdruck auf seinem Gesicht war es, der sie veranlasste, schützend die Arme um ihren geschwollenen Leib zu legen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Geduldig ließ Leonora die Untersuchung über sich ergehen: Ihr wurde Blut abgenommen, sie wurde gewogen und ihr Bauchumfang gemessen. Zwischendurch musste sie einen langen Fragebogen ausfüllen, in dem es um gesundheitliche Vorbelastungen und chronische Krankheiten ging. Bei der Frage nach ihrer Herkunft zögerte Leonora einen Augenblick. Ihre Lage zwang sie, einen falschen Namen anzunehmen. Mit der Unterschrift dieses Papiers gab sie vollends ihre atlantische Herkunft vollends auf. Nur schweren Herzens unterzeichnete sie das Dokument.</p>
<p>Zum Schluss der Untersuchungen folgte ein Ultraschall. Dabei erhaschte Leonora das erste Mal einen Blick auf ihr Kind. Es war ein bewegender Augenblick als sie ihre Tochter auf dem schwarz-weißen Bildschirm erblickte. Das Mädchen schien ihr genau entgegen zu lächeln. Auch wenn es den Menschen nicht auffiel, sendete das Leben in ihr sanfte Wellen aus.</p>
<p>„Herzlichen Glückwunsch! Sie haben eine gesunde Tochter“, sagte der Doktor Bernheim und schenkte Leonora ein Lächeln, was sie jedoch nicht erwidern konnte. Zu sehr quälte sie der Gedanke, ihr Kind in die Obhut Fremder geben zu müssen. Doktor Bernheim säuberte mit ein paar Papiertaschentüchern ihren geschwollenen Leib von der durchsichtigen Gelmasse.</p>
<p>„In zwei Monaten ist es soweit“, fuhr er fort.</p>
<p>Doch konnte Leonora diese Freude – auch wenn diese nur aufgesetzt war – nicht teilen. Nur ein Gedanke verfolgte sie für den Rest des Tages: Zwei Monate blieben ihr noch, um sich von ihrer Tochter zu verabschieden. Dabei war sie das Samenkorn, das die Menschheit unweigerlich mit Leonoras Heimat Atlantis verband.</p>
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		<title>Zwillinge?! alias Zwei Jungen</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Feb 2011 12:43:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Science-Fiction Kurzgeschichten / Science-Fiction Shortstories]]></category>

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		<description><![CDATA[Goldener Käfig Es war wieder einer jener Tage, die John so ganz und gar nicht mochte: Langweilig und trist – wie jeder Tag in seinem bisherigen Leben. Früh morgens um acht Uhr weckte ihn seine Mutter mit einem sanften Lächeln und einem widerlichen Kuss auf seine Stirn. John fand, dass er mit seinen zwölf Jahren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4><strong></strong><span style="text-decoration: underline;">Goldener Käfig</span></h4>
<h4>Es war wieder einer jener Tage, die John so ganz und gar nicht mochte: Langweilig und trist – wie jeder Tag in seinem bisherigen Leben. Früh morgens um acht Uhr weckte ihn seine Mutter mit einem sanften Lächeln und einem widerlichen Kuss auf seine Stirn. John fand, dass er mit seinen zwölf Jahren zu alt war, um so behandelt zu werden, aber seine Mutter bestand darauf. Ging er dann verschlafen zum Esszimmertisch, servierte ihm ihr klobiger Hausroboter das Frühstück, was aus kontrolliert-biologisch angebauten Müsli und frischem Obst bestand.</h4>
<h4>Manchmal sehnte sich John nach einem herzhaften Stück Schinken, aber auch da hielt ihm seine Mutter jedesmal charmant das Argument entgegen, dass es für seine Entwicklung wichtig sei, sich ausgewogen und gesund zu ernähren. So würgte John jeden Morgen dasselbe Frühstück hinunter und träumte sich fort aus dem stählernen Gefängnis des High Tower Centers in New York, in dem er mit seiner Familie lebte.</h4>
<h4>Johns Vater war ein anerkannter Programmierer in Microsoft Seatech Center und seine Mutter eine berühmte Schauspielerin. Jeden Morgen fuhren beide zu ihren Arbeitsplätzen und überließen ihren Sohn den Lehrern im fünfzehnten Stock des Towers mit all ihren Computerlerneinheiten. John sah seine Eltern nicht wieder, bevor sie abends heimkamen, und er wusste auch nicht, was sie genau den Tag über taten. Sie redeten zu Hause nie über ihren Berufsalltag.</h4>
<h4>Seit der Wirtschaftskrise in den Jahren 2009 bis 2012 hatte die Welt ihr Gesicht verändert. Sein Vater hatte John einmal am Rande eines Geschichtsvortrags, den sich John in der Schule anhören musste, erklärt, dass sich die Gesellschaft, bedingt durch diese Krise gespalten hatte. Die Kluft zwischen Arm und Reich wurde in den Jahren immer tiefer, so dass nur zehn Prozent der Bevölkerung in solch einem Luxus lebten, wie Johns Familie. Immer wieder erinnerte ihn sein Vater daran, dass er selbst in jener Zeit der gesellschaftlichen Umbrüche gelebt hatte und sie nun stolz sein konnten, so viel genießen zu dürfen. Wie immer schloss sich seine Mutter dem Vater an, doch John verstand es einfach nicht. Denn trotz aller Privilegien, die er genoss, fühlte er sich wie ein Gefangener in einem goldenen Käfig. Sein tag war streng durchgeplant mit Schule, Hausaufgaben und Freizeit, die ebenfalls aus spielerischen Lerneinheiten bestand und außerdem die Kreativität fördern sollten – eine Freizeit, auf die John selten Lust verspürte.</h4>
<h4>Nachdem seine Eltern ihm an diesem Morgen einen Kuss auf die Stirn gegeben und ihn stolz umarmt hatten, ließen sie ihn allein in der Wohnung zurück. John Marsden war ein Einzelkind aufgewachsen und bekam alles, was er sich wünschte. Allerdings erwarteten seine Eltern im Gegenzug von ihm die besten Noten, und der Leistungsdrück am College war hoch.</h4>
<h4>Gerne hätte er noch Geschwister gehabt, doch dies war in dieser Zeit nicht einfach. Nachdem im Jahre im Jahre 2012 fast die ganze Menschheit durch einen Virus dahingerafft worden war und noch immer die Gefahr bestand, dass Menschen den todbringenden Virus in sich trugen, musste sich jedes Paar mit Kinderwunsch einem Gentest unterziehen, mit dem das individuelle Erbgut auf seine auf eine Veranlagung geprüft wurde, bevor man sich entschloss, ein Kind in die Welt zu setzen. Im Falle seiner Eltern gaben die Tests grünes Licht für Nachwuchs und John wurde geboren. Allerdings erlaubte diese Regelung Paaren höchstens zwei Kinder zu bekommen, da es auf der Erde nach der Seuche zu einer Art Bevölkerungsexplosion gekommen war.</h4>
<h4>John legte den Löffel zur Seite, nachdem er sein Müsli heruntergewürgt und den Kakao getrunken hatte. Dann beobachtete er für einen Augenblick den klobigen Hausroboter, der das Geschirr ohne ein Wort automatisch wegräumte. Während John ihm zusah, kam ihm erneut der Gedanke, dass auch sein Leben wie ein Programm von morgens bis abends durchgeplant war. Das konnte doch nicht sein, dachte er. Frustriert beschloss er, einen Weg zu finden, seinem Leben mehr zu geben. Er sprang vom Stuhl und ging ins Badezimmer, wo der Haushaltsroboter bereits einen frisch gereinigten Alltagsanzug bereitgelegt hatte – wie jeden Morgen. Dieser Anzug war aus synthetischen Baumwollfasern gefertigt, die man unter kontrollierten Umweltbedingungen  in den obersten Etagen des Towers züchtete.</h4>
<h4>John starrte sein Spiegelbild an:  Er war von schmächtiger Statur, das Haar dunkelbraun. Die grün-braunen Augen hatte er von seinem Vater geerbt. Der Junge warf einen Blick auf die Uhr, die in die Wand mit eingebaut worden war: Sieben Uhr dreißig. Und er war noch immer nicht fertig für die Schule! Rasch zog er seinen Schlafanzug aus und duschte ausgeiebig. Danach putzte er sich die Zähnemit einer speziellen Zahnbürste, die einen Scanner enthielt und so den Zustand seiner Zähne überprüfte. Die integrierte Diode der elektrischen Zahnbürste sprang auf grün; kein Anzeichen von Karies oder anderen schädlichen Bakterien. Hastig kämmte John sich seine Haare und schlüpfte in die bereitgelegte Kleidung. Während er seine Hose und das T-Shirt anzog, fragte er sich, was in der Welt außerhalb des Towers geschah. Obwohl die Nachrichtensender BBC und NBC ständig Nachrichten über Aufstände in den Unterstädten brachten, fragte sich John das erste Mal in seinem Leben, wie andere Menschen in New York lebten.</h4>
<h4>Er blickte auf die Armbanduhr und registrierte genervt, dass er heute wieder mal zu spät zum Unterricht kam. Schnell griff er sich sein E-Book und rannte aus der Wohnung – einen weiteren langweiligen Tag seines Lebens entgegen.</h4>
<h4><strong><span style="text-decoration: underline;">In den Straßen der Stadt</span></strong></h4>
<h4>Der Tower schien sich bis in den Himmel zu strecken und wie eine Säule zu tragen. Martins Blick wanderte zur Spitze des Towers, die sich an diesem Morgen in Wolken hüllte. Die Sonne tanzte auf zahlreichen blauen Spiegelglasfenstern und ließ den Turm glitzern. Wie jedes Mal war es ein fantastischer Anblick.</h4>
<h4>Martins Eltern schliefen noch. Die vergangene Nacht hatten sie wieder lange mit Freunden zusammengesessen, überall im Wohnzimmer standen leere Bierfalschen herum. Es war lange her, dass seine Eltern aufgeräumt hatten und der Hausroboter funktionierte schon lange nicht mehr – er war von seinem Vater zu einem Kleiderständer umgebaut worden. Leise schloss Martin die Badezimmertür hinter sich ab und duschte eiskalt. Warmes Wasser war Luxus und wurde nur einmal in der Woche verwendet, um Wäsche zu waschen, aber selbst die ihnen zugeteilte Tagesration reichte dafür nicht aus. Auch das Geschirr musste mit kaltem Wasser gespült werden.</h4>
<h4>Das Handtuch, das Martin nach dem Duschen benutzte, war eines der wenigen, die seine Mutter vor wenigen Tagen mit der Hand gewaschen hatte. Rasch zog er sich seine Kleidung an, die er schon seit Tagen trug. Der vertraute Geruch von verschmutztem durchgeschwitzten Stoff stieg ihm in die Nase. Um dem unangenehmen Geruch zu überdecken, benutzte er das Deodorant seines Vaters, der die meiste Zeit des Tages zu Hause oder im Job-Center verbrachte. Alexander Percenzóz bemühte sich manchmal tagelang nicht um eine Beschäftigung, welche die Job-Center an die einfache Bevölkerung verteilten. Meist handelte es sich dabei um in den Towern anfallende Arbeiten. Inzwischen wurde diese Art der Arbeitssuche „Job-Lotterie“ genannt, weil keiner wusste, wohin man geschickt wurde. Gerade diese Art der Ungewissheit trieb seine Eltern dazu, jeden Abend mit Freunden ihre Sorgen in Alkohol zu ertränken und sich über die Zustände in ihrem Leben beklagen. Für ihren Sohn hatten sie manchmal ein nettes Wort über, aber im Grunde war es ihnen gleich was aus Martin wurde. Und so behandelten sie ihn auch meistens. Obwohl seine Mutter als einfache Haushaltshilfe in den mittelständischen Bezirken vor der Stadt ein wenig Geld verdiente, lebten sie an der Armutsgrenze. Der Kühlschrank war nur spärlich mit Lebensmitteln gefüllt und die ihnen zugewiesene Wohnung bestand nur aus zwei Zimmern. Martins Eltern gaben der Regierung die Schuld für die Welt, in die Martin hineingeboren worden war. Nur aus den Geschichten  seines Großvaters wusste Martin etwas über die Vergangenheit. Sein Großvater erzählte oft aus seinem Studentenleben – lange bevor die Wirtschaftskrise alles zerbrochen und die Pandemie das Leben der Menschen endgültig veränderte. Er hatte eine Zeit erlebt, in der man nicht stundenlang bei den Job-Centern anstehen musste. Damals hatte er in einer großen Firma gearbeitet bis man ihn entlassen musste, weil man ihn nicht länger bezahlen konnte. Trotz seines Universitätsabschlusses fand er danach keine Arbeit mehr. Martin kam es einem Traum gleich, sich mit einer vernünftigen Ausbildung Arbeit suchen zu können. Er war zwölf Jahre alt und nur hielt nur ein spärliches Grundschulzeugnis in den Händen. Für ihn selbst war eine Welt unvorstellbar, in der keine zwei Klassen-Gesellschaft existierte – auch wenn er sich nach einer besseren Welt sehnte. Die Realität sah doch anders aus. Frustriert zog Martin sich sein dunkelblaues Baseball-Cap ins Gesicht und schloss hinter sich die Tür der kleinen Wohnung. Diese lag in einem der tristen, grauen Sozialwohnblöcke, die starr in den grau-blauen Himmel ragten. Es wurde Zeit, dass Martin sich in die Schlange der wartenden Menschen stellte, die sich bereits vor einem der gläsernen Kuppeldächer gebildet hatte.</h4>
<h4><strong><span style="text-decoration: underline;">Baseball</span></strong></h4>
<h4>John Marsden erledigte wie gewohnt seine Aufgaben in der Schulungsebene zur vollsten Zufriedenheit seines Lehrers. Nachdem ihm dieser erlaubte, sich in den nächsten Stunden frei zu nehmen, wusste John im ersten Moment nicht genau, was er tun sollte. Zwar kam es  hin und wieder vor, dass er schnell mit seinen Aufgaben fertig war und so einige Stunden genießen konnte, doch wie er diese Zeit nutzte, entschied er dann meistens spontan. Also schlenderte er durch die grauen Gänge des Towers und beobachtete für eine Weile die Menschen um ihn herum. Die meisten schenkten ihm keine Beachtung oder übersahen ihn einfach. In ihren Gesichtern zeichnete sich Hast und Stress ab, während sie mit ihren Handys telefonierten oder sich ihren Notebooks zuwandten. Für sie waren Kinder nur ein selbstverständlicher Anblick und Teil eines abgeriegelten Kosmos, der nichts mit der Welt dort draußen gemein hatte.</h4>
<h4>Nach einer halben Stunde begannen John diese Leute zu langweilen, er kannte ihre unveränderten Mienen schon sein ganzes Leben lang. So wollte er nicht enden!</h4>
<h4>Durch seinen hohen sozialen Status in dieser Elitegesellschaft erhielt er alle Möglichkeiten, um später studieren zu können. Doch wollte er das auch? Johns Blick wanderte auf den Wegweiser, dessen Schilder in verschiedene Richtungen wiesen. Der Tower war aufgebaut wie eine kleine Stadt, in der die Bewohner alles fanden, was sie im Leben brauchten. John empfand den Gedanken verlockend in die Gärten zu gehen, die man unter einer Glaskuppel auf dem Dach des Towers kultivierte. So schlenderte er lässig zum Lift und fuhr gemeinsam mit einer gruppe von Menschen nach oben. Und wieder hatte er das Gefühl, unbedeutend für diese Welt zu sein.</h4>
<h4>Die Glastür des Panorama-Lifts schwang auf und eröffnete ihm den herrlichen Anblick einer grünen intakten Welt über den Dächern New Yorks. Das Glasdach schützte die zahlreichen Pflanzen vor intensiven Sonneneinstrahlung. Auf der grünen Wiese lagen Pärchen und genossen den schönen Sommertag. Im Osten befand sich ein Baseballfeld, wo John sofort einige bekannte Gesichter ausmachte: Chrystal und Max. Sie besuchten mit ihm zusammen den gleichen Technikkurs und warfen sich nun zwei anderen Jungen gegenseitig ein paar Bälle zu. Als sie ihn entdeckten, kam Chrystal fröhlich lachend auf ihn zu gelaufen.</h4>
<h4>„magst du mitspeilen, John?“, fragte sie.</h4>
<h4>Max kam ihr nach und rief: „Hast du schon wieder früher Schluss?“ Dabei schenkte er ihm ein breites verspieltes Grinsen, was seine Sommersprossen besonders betonte.</h4>
<h4>Max und Chrystal waren nur Schulkameraden, einen echten Freund hatte John nie gehabt. Unter anderem weil ihm sein Intelligenzquotient im Weg stand – wenn man ein genie war, hatte man es eben nicht leicht, echte Freunde zu finden. Deswegen genoss John es immer, wenn er Gelegenheit bekam mit anderen Kindern zu spielen, die genau wie er unter einem hohen Leistungsdruck standen. Denn dann hatte er wenigstens den Eindruck ein ganz normaler Junge zu sein.</h4>
<h4>„Ja, gerne“ , nickte John und lächelte Chrystal an. Bewegung würde ihn bestimmt auf andere Gedanken bringen.</h4>
<h4><strong><span style="text-decoration: underline;">Zwillinge?!</span></strong></h4>
<h4>Die Stunden schienen im Spiel dahin zu fließen. John fing jeden Ball ohne Mühe bis Max an die Reihe kam. John beobachtete, wie Max Chrystal, die nun als Werfer auftrat, das Handzeichen für einen weiten Schlag gab. Das Mädchen trat auf das Mal und warf den Ball zu Max, der ihn , der ihn mit einem kräftigen Schlag zurückschlug. Die Sekunden schienen zu endlosen Minuten zu zerfließen. John konzentrierte sich auf den Ball, der einen hohen Bogen durch die Luft beschrieb. Er begann zu laufen und sah, wie der Ball in ein Feld voller Baumwollsträucher fiel. Ohne weiter nachzudenken, verschwand John in den Sträuchern und suchte dort den Boden nach dem Ball ab. Dabei achtete er nicht mehr darauf, wohin er kroch. Da lag er! John wollte gerade danach greifen, als eine fremde Hand ihm zuvorkam.</h4>
<h4>„Hey!“ , sprang John auf und sah, wie sich ein Junge in seinem Alter sich die Stirn mit einem Baseball-Cap abtupfte. John konnte das Gesicht nicht erkennen. Er wollte auf den Jungen zugehen, doch ein Baumwollstrauch stand ihm im Weg. John lief den Weg zurück und wechselte am Rand des Baumwollfeldes in die Reihe, in der er den Jungen mit dem Ball gesehen hatte. Keuchend und außer Atem lief er immer weiter, doch konnte er ihn nicht finden. Dann sah er das blaue Cap über den Sträuchern aufblitzen. Nochmals mobilisierte er alle Reserven und holte schließlich den Jungen ein, der den Baseball aufgelesen hatte.</h4>
<h4>„Hey!“ rief er nochmals, aber der Junge war stehen geblieben und unterhielt sich mit einem Mann, der wie er schäbige Kleidung trug. John schluckte bei dem Anblick. Es war verboten einen Bediensteten auf den Feldern anzusprechen. Doch John wollte den Baseball wieder haben, damit er und seine Schulkameraden weiter spielen konnten. Also beschloss er auf den Jungen zu zugehen, bevor ihn der Mut verlies.</h4>
<h4>„Hey!“ , tippte er den Jungen auf die Schulter, der seinen Baseball eingesteckt hatte.</h4>
<h4>Der Junge wandte sich um und John wurde bleich im Gesicht. Er blickte in sein eigenes Gesicht, dass er von seinem Spiegelbild her kannte. Schockiert taumelte er einen Schritt zurück. Er stolperte und fiel rücklings auf den staubigen Boden. Der andere Junge starrte ihn mit seinen Augen an, wie er ihn.</h4>
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		<title>Wer ist Narayan? / Who is Narayan?</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 07:32:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Narayan:]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer ist Narayan? Schon früh kam mir die Idee neue Charaktere, nicht nur für die Welt der Comics zu erschaffen. Narayan ist ein unweigerlicher Bestandteil von Projekt Yell. Diese Kriegerin ist ein Bindeglied zwischen der Vergangenheit und der Zukunft von Projekt Yell. Narayan basiert auf der hinduistischen Legende des Kriegers, der den Seelenhort bewacht. Solche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><a href="http://yell-storyboards.de/yellstory/wp-content/uploads/2010/02/Narayansign-ready1.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-467" title="Narayansign ready" src="http://yell-storyboards.de/yellstory/wp-content/uploads/2010/02/Narayansign-ready1-300x218.jpg" alt="" width="285" height="218" /></a></h2>
<h2><em>Wer ist Narayan?</em></h2>
<p><strong>Schon früh kam mir die Idee neue Charaktere, nicht nur für die Welt der Comics zu erschaffen.</strong></p>
<p><strong>Narayan ist ein unweigerlicher Bestandteil von Projekt Yell.</strong></p>
<p><strong>Diese Kriegerin ist ein Bindeglied zwischen der Vergangenheit und der Zukunft von Projekt Yell.</strong></p>
<p><strong>Narayan basiert auf der hinduistischen Legende des Kriegers, der den Seelenhort bewacht. Solche und viele ähnliche Versionen dieser Legende fand ich während meiner Recherche zu Narayan.</strong></p>
<p><strong>Also wagte ich den Schritt und entwickelte Narayan alias Shanna en Ray so, dass sie in ihrer Vergangenheit nicht nur Leid, Demütigung, Schmerz ertragen muss, um durch Schmerz und Leid zu wachsen, sondern verlieh ihr die Fähigkeit in die Seelen der Menschen blicken zu können.</strong></p>
<p><strong>Aber zu guter letzt ist sie nichts weiter als eine Frau, die sich in ihren Anfängen ihres Schicksals ihrem wahren Selbst und ihren Ängsten stellen muss. In Narayan erzähle ich die Geschichte einer Frau, deren Seele selbst in der Finsternis einst vor langer Zeit geboren wurde.</strong></p>
<p><strong>Begleiten sie Narayan auf ihrem Weg und entdecken sie die Mysterien von Atlantis in unserer Gegenwart!</strong></p>
<h2><strong><a href="http://yell-storyboards.de/yellstory/wp-content/uploads/2010/02/narayan_neu-bearb-4.jpg"><br />
</a><br />
</strong></h2>
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		<title>2. Kapitel Diplomatie / Angelswords</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Aug 2009 14:25:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Season Angelswords - Kapitel 2]]></category>

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		<description><![CDATA[Diplomatie Ein heißer Sommertag lag über Washington. Die Hitze war fast unerträglich, seit Wochen wartete die Bevölkerung auf den ersehnten Regen. Doch bisher zeigte sich nicht eine einzige Wolke am Himmel. Während Amerika unter einer nie da gewesenen Hitzwelle litt, war fast ganz Europa unter einer eisigen Schneedecke verschwunden. Während über Afrika und Australien unnachgiebige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<h3 style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;"><span style="text-decoration: underline;">Diplomatie</span></h3>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Ein heißer Sommertag lag über Washington. Die Hitze war fast unerträglich, seit Wochen wartete die Bevölkerung auf den ersehnten Regen. Doch bisher zeigte sich nicht eine einzige Wolke am Himmel. Während Amerika unter einer nie da gewesenen Hitzwelle litt, war fast ganz Europa unter einer eisigen Schneedecke verschwunden. Während über Afrika und Australien unnachgiebige  Wirbelstürme tobten. Es war eine der Folgen der Menschheit, die sie durch ihre jahrzehnte lange Zerstörung des Klimas nun zu ertragen hatten. Selbst Wissenschaftler äusserten sich nur zaghaft darüber, wann es eine Änderung des Wetters in Zukunft geben sollte.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Präsident William-Scott Leery, Präsident der Vereinigten Staaten, saß an seinem Schreibtisch im Weißen Haus und bemühte sich, das Abkommen durchzusehen, das ihm der atlantische Botschafter vorgelegt hatte. Dieser stand an den hohen Fenstern und starrte hinaus auf den Rosengarten. Seine hochgewachsene schlaksige Gestalt war in einem weißen makellosen Anzug gekleidet, der seinen blassen Teint unterstrich. In den Zügen lag eine gewisse Strenge, die durch seinen Anzug nur noch hervorgehoben wurde. Im Gegensatz dazu stachen seine blaugrünen Augen wie unwirkliche Sterne aus seinem fein geschnittenen Gesichtszügen hervor. Umrahmt wurde das Gesicht des Botschafters von langem blonden Haaren, das er nach atlantischer Sitte an den Schläfen zu zwei Zöpfen zusammen geflochten hatte. Diese flossen über seinen Rücken zu einem Haarstrang zusammen. Das Protokoll war ebenso streng und unnachgiebig wie die strenge und Ernsthaftigkeit, die sich in dem Gesicht des Botschafters abspielten. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Präsident Leery legte den Stift zur Seite, erhob sich und gesellte sich neben den Atlanter. Durch das Fenster beobachteten sie die Kinder, die im Rosengarten spielten. Es waren seine Tochter Ann und sein Sohn Matthew die sich gegenseitig lachend um einen spritzenden Gartenschlauch stritten. Ann`s rosa Kleidchen hatte sich bereits in dunkles rosa verfärbt und triefte vor Nässe. Matthew sah nicht besser aus auch wenn er zwei Köpfe größer war als seine fünfjährige Schwester. Aus der Ferne sahen der Atlanter zu wie die Nanny auf die Kinder schimpfend zu lief. Bei dem Anblick schien selbst das harte Herz des Atlanters weich zu werden als er sah wie die Kinder ihrer Nanny einen weiteren Streich spielten und sie von oben bis unten mit dem Wasserschlauch nass spritzten. Präsident Leery entging nicht das feine Lächeln, das die dünnen Lippen des Atlanters umspielten. </span></p>
<p>„<span style="font-family: Arial,sans-serif;">Ich werde Schwierigkeiten bekommen ihre Wünsche zu erfüllen. Das Parlament und der Senat werden dem nicht einfach so zu stimmen.“ sagte Präsident Leery und blickte auf das Profil von Botschafter Askthrawn. Dass Lächeln verblasste in den feinen aristrokatischen Zügen und wurde zu einer eisigen Maske. </span></p>
<p>„<span style="font-family: Arial,sans-serif;">Euer sogenanntes FBI hat versagt um die Verräter zu finden, die sich gegen uns auflehnen. Schließlich haben wir euch gerettet.“ erinnerte ihn der Botschafter Akthrawn an jenen Tag als sich die Stadt aus dem Ozean erhoben und damit das Gesicht der Erde verändert hatte. Zu dem Zeitpunkt vor einigen Jahren waren die Atlanter die Hoffnung gewesen. Am Anfang hatte die Menschheit noch freudig den Fortschritt angenommen. Ein dutzend Jahre später hatten die kommunistischen Staaten den dritten Weltkrieg angezettelt. Der Krieg hatte viele Opfer unter den Menschen und den Atlantern gefordert. Dabei wurde fast die ganze Erde ausgezerrt. Umweltverschutzung – und -zerstörung machten ganze Länder unbewohnbar, der Kampf um die letzten Ressourcen vertrieb die Menschen aus den Kriegsgebieten, doch wohin sollten sie gehen? Mit der Rückkehr des Inselvolkes und ihrer sagenhaften Stadt, boten ihnen die Atlanter den Vertriebenen einen neuen Platz zum Leben an. Die Stadt Atlantis wurde damit zu einem Symbol der Hoffnung auf ein besseres Leben nach dem Krieg. Und vielleicht, so erhoffte es sich ein Großteil der Menschheit, würde das Auftauchen von dem Inselvolk den Frieden auf der Welt nun langfristig sichern. Dennoch war Präsident Leery zweigespalten. Zwar erfüllte es ihn mit Hoffnung, dass die Atlanter so zügig den Friedensvertag zugestimmt hatten. Allerdings befremdeteten ihn die Bedingungen sich mit dem Abkommen verband: Eine geregelte Zuwanderung der Menschen nach Atlantis wurde ausdrücklich gefordert! Doch was die Atlanter damit bezweckten blieb im Dunkeln. Noch immer gab es Parteien die den Atlantern skeptisch, sogar mit Misstrauen, gegenüber standen; und ihnen keine guten Absichten unterstellten. Dieses Misstrauen basierte auf wilde Spekulationen und Gerüchten, die sich hartnäckig hielten. In diesen Gerüchten war von Versklavung die Rede für die es keine offenen Beweise gab. Wenn Atlanter eines beherrschten, dann ihre Absichten zu verschleiern. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Ohne den Blick von den spielenden Kindern zu nehmen, die die Nanny verzweifelt zu bändigen versuchte, wandte sich der 45. Präsident der Vereinigten Staaten an den Atlantischen Botschafter, dessen Mine kein Anzeichen eines Gefühls zeigte. </span></p>
<p>„<span style="font-family: Arial,sans-serif;">Halten Sie dieses Abkommen wirklich für notwendig?“ Dabei vermied er es, den Atlanter direkt anzusehen. </span></p>
<p>„<span style="font-family: Arial,sans-serif;">Sie haben Sorge, dass wir unser Wort nicht halten?“, erwiderte der Vertreter des Inselvolks. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Präsident Leery musste sich zusammenreißen, um seine Zweifel nicht allzu offensichtlich zu zeigen. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Ein falscher Gesichtsausdruck konnte schnell zu Missverständnissen führen und diese konnten Konsequenzen haben für den Frieden zwischen ihren Völkern. Noch waren die diplomatischen Verhältnisse zu fragil, um sich Fehlschlüsse erlauben zu können. Er wusste, dass dieses Volk technologisch weiter entwickelt war als die Menschen und ihre Rückkehr hatte alles verändert. Doch er wusste genau, wozu die Atlanter fähig waren? Bisher war es dem amerikanischen Geheimdienst nicht gelungen einem von ihren eigenen Soldaten habhaft zu werden, geschweige denn, ihn bei lebendigen Leib auszuhorchen. Davon erhoffte man sich, weitere Informationen über Atlantis und seine Bewohner in Erfahrung zu bringen. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Außerdem drohten bereits neue Proteste der Atlantis-Gegner, die sich massiv gegen Gesetzesvorschläge ablehnten, die die Atlanter zu einem vollwertigen Mitglied der UNO werden ließen. Es war ein nicht umstrittenes Unterfangen. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Präsident Leery seufzte. Welche Wahl hatte er schon? Er musste einen anderen Weg wählen! Aber welchen? Gab es überhaupt eine Alternative? </span></p>
<p>„<span style="font-family: Arial,sans-serif;">Ja, diese Sorge hab ich in der Tat“, gestand er schließlich. </span></p>
<p>„<span style="font-family: Arial,sans-serif;">Warum?“ fragte Askthrawn und verschränkte die Arme auf den Rücken. Er spannte die Schultern. Seine Mundwinkel zuckten leicht. „ Wir versuchen nur die Menschheit zu heilen.“ </span></p>
<p>„<span style="font-family: Arial,sans-serif;">Von was?“ </span></p>
<p>„<span style="font-family: Arial,sans-serif;">Von allen schweren Krankheiten“, erklärte der Botschafter kurz. „Wir wollen Frieden – wie sie auch.“ </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Die Augen des Präsidenten Leery verengten sich für einen Moment, dann wandte er sich wieder den spielenden Kindern zu. </span></p>
<p>„<span style="font-family: Arial,sans-serif;">Das glaube ich Ihnen“, mit einem flauem Gefühl im Magen. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Die Atlanter ließen sich nicht dazu hinreißen ihre wahren Absichten zu zeigen, wenn es um Verhandlungen ging. Welche Wahl blieb ihm um die Menschheit vor einem neuen Krieg zu bewahren? Ein neuer Krieg oder andauernder Frieden, der vielleicht trotzdem wegen den Forderungen neue Leben kosten würde? Die Frage blieb in seinen Gedanken hängen, während er die Kinder weiter beobachtete. Auf sie würde eine schwierige Zukunft zu kommen. Leery schluckte seine Zweifel herunter, aber der Kloß in seinem Hals drohte ihn zu ersticken und hinterließ einen bitteren Beigeschmack auf der Zunge. Langsam ging er hinter den Mahagonischreibtisch und setzte sich. Sein schwarzer Füllfederhalter lag schwer in seiner Hand, während er das Abkommen unterzeichnete, welches auf einem makelosen weißen Papyrus durchzogen mit rot-goldenen Kupferfäden, niedergeschrieben war. Der Botschafter wandte sich ihm zu und nahm den unterschriebenen Papyrus an sich. Rasch rollte er ihn zusammen und band ein purpurfarbenes Siegelband mit dem Symbol des Atlantischen Königshauses um das Dokument. Kühl und zufrieden blickte Botschafter Askthrawn den Präsidenten entgegen. </span></p>
<p>„<span style="font-family: Arial,sans-serif;">Sie tun das Richtige“ , versichterte er ihm und legte die Schriftrolle beiseite. Aber Präsident Leery konnte dieses Gefühl nicht mit dem Botschafter teilen. Viel mehr hatte er den Eindruck, dass er nicht alle Klauseln des Vertrags kannte. Erneut erwachte in ihm die starke Vermutung, dass der Atalnter ihm etwas verschwieg. </span></p>
<p>„<span style="font-family: Arial,sans-serif;">Indem ich die Menschheit verrate?“, hielt Leery Askthrawn entgegen. </span></p>
<p>„<span style="font-family: Arial,sans-serif;">Ihre Gefühle und ihre Zweifel sind ganz natürlich“, antwortete Askthrawn süffisant lächelnd. „Sie werden erkennen, dass es der richtige Weg ist – für beide Seiten.“ </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Doch noch immer konnte Präsident Leery diesem Mann nicht vertrauen. Zu groß waren seine Zweifel an der Richtigkeit seines Handelns. Nur widerwillig erwiderte er das Lächeln. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%; text-decoration: none;">&nbsp;</p>
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		<title>Zusammenfassung Season Angelswords / Abstract Season Angelswords</title>
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		<pubDate>Sat, 09 May 2009 14:40:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Season Angelswords]]></category>

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		<description><![CDATA[Zusammenfassung: Sie kehrten ohne Verwarnung zurück. Plötzlich tauchten Sie auf um die Welt erneut zu erobern. Nach dem dritten Weltkrieg hatten die Menschen fast sich selbst vernichtet. Dankbar nahmen die Regierungen ihre fremden Technologien an und hofften, dass sie so die Fehler der Vergangenheit rückgängig machen konnten. Aber es war zu spät.  Viel zu spät [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="text-decoration: underline;"><span style="font-size: 150%;">Zusammenfassung: </span></span></strong></p>
<p><span style="font-size: 125%;">Sie kehrten ohne Verwarnung zurück. Plötzlich tauchten Sie auf um die Welt erneut zu erobern.</span></p>
<p><span style="font-size: 125%;">Nach dem dritten Weltkrieg hatten die Menschen fast sich selbst vernichtet.</span></p>
<p><span style="font-size: 125%;">Dankbar nahmen die Regierungen ihre fremden Technologien an und hofften, dass sie so die Fehler der Vergangenheit rückgängig machen konnten.</span></p>
<p><span style="font-size: 125%;">Aber es war zu spät.  Viel zu spät begriffen die Regierungen, welchen Zweck die Atlanter wirklich mit dem Bündnis mit den Menschen verfolgten. Die Welt sollte endgültig ihr Gesicht verändern. Die Regierungen begannen einen Krieg, der sie nahe an den nächsten Abgrund trieb.</span></p>
<p><span style="font-size: 125%;">Die Hoffnung ruht nun auf einer kleinen Gruppe Seperatisten. Eine neue Form der Technologie kann die Vernichtung der Menschheit verhindern.</span></p>
<p><span style="font-size: 150%;">Prolog:</span></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;"><span style="font-size: 150%;">Tagebuch der Sillar Yenar</span></span></strong></p>
<p><span style="font-size: 125%;">Die Welt ist ständig in Bewegung und verändert sich. Nur die Sonne steht bis heute noch am Himmel.</span></p>
<p><span style="font-size: 125%;">Nach dem Dritten verheerenden Weltkrieg hatte die Erde entggültig ihr Gesicht verändert.</span></p>
<p><span style="font-size: 125%;">Europa war nach der Klimakatastrophe halb unter Eis und Schnee begraben und unterhalb des Äquators herrschte Dürre und Hitze.</span></p>
<p><span style="font-size: 125%;">Ich kann mich nicht erinnern, es jemals anders gesehen zu haben als Schnee auf Ruinen von einstigen Städten.</span></p>
<p><span style="font-size: 125%;">Auf denen die Menschen ihre Städte erneut errichteten. Der Mensch besitzt einen ungeheuren Willen zum Überleben.</span></p>
<p><span style="font-size: 125%;">Wir kehrten zurück und wollten den Frieden mit den Menschen schließen. Inzwischen erstrahlen die Städte im neuen Glanz.</span></p>
<p><span style="font-size: 125%;">An einigen Stellen sieht man noch deutlich die Spuren des letzten Weltkriegs.</span></p>
<p><span style="font-size: 125%;">Aber wie so oft geht gehen mit diesem neuen Krieg eine neue Technologie einher.</span></p>
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		<title>1. Kapitel Die Namenlose / Angelswords</title>
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		<pubDate>Sat, 09 May 2009 14:03:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Season Angelswords - Kapitel 1]]></category>

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		<description><![CDATA[1. Kapitel: Die Namenlose Die junge Frau blieb vor dem Wolkenkratzer stehen und starrte nach oben. Es war Nacht in der einstigen Stadt Deutschlands. Ein Mantel aus Eis und klirrender Kälte hatte sich über Berlin gelegt, seit Monaten hielt der Winter die Stadt fest im Griff. Die Menschen mummelten sich tief in ihre Jacken und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="text-decoration: underline;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: 150%;">1. Kapitel: Die Namenlose </span></span></span></strong></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Die junge Frau blieb vor dem Wolkenkratzer stehen und starrte nach oben. Es war Nacht in der einstigen Stadt Deutschlands. Ein Mantel aus Eis und klirrender Kälte hatte sich über Berlin gelegt, seit Monaten hielt der Winter die Stadt fest im Griff. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Die Menschen mummelten sich tief in ihre Jacken und Schals, darum bemüht die eisige Kälte aus ihren Gliedern zu vertreiben und die düsteren Tage zu überbrücken. Die junge Frau zitterte vor Kälte, aber es war etwas anderes, was sie frösteln ließ. Ihr Blick blieb an den eisblau beleuchteten Lettern hängen, die in der fahlen Dunkelheit nur spärlich die Nacht erhellten: UHO – United Human Organisation. Es handelte sich um eine Wohltätigkeitsorganisation, die sich für die Armen aufopferte. Doch die junge Frau hatte auch von den grausamen Gerüchten gehört, die sich um die UHO rankten. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Ihr Blick wanderte zu den Menschen, die aus dem Gebäude kamen. Als ein junges Paar aus der Tür trat, stieg der heimlichen Beobachterin ein dicker Klos in den Hals. Mitleidig musterte sie das apathisch vor sich hin starrende Mädchen, das sich stützend auf ihren Freund klammerte. Verzweifelt sah er sich auf der Straße um, doch als sein Blick auf ihr verharrte, wich sie ihm aus. Ohne ein Wort ging das Paar an ihr vor rüber. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Aber sie hatte keine Wahl! Als ehemalige hohe Priesterin hatte sie tausend Gesetze ihres Volkes gebrochen, in dem sie sich in einen Menschen verliebt hatte. Und die Menschen fürchteten die Mutationen, die aus solch einer Beziehung resultierten und immer häufiger auftraten auf der ganzen Welt. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Der dritte Weltkrieg war vorbei, nun aber kämpften die Menschen gegen einen neuen Feind. Sie erinnerte sich dunkel daran, dass sich die Länder gegenseitig die Schuld an dem Beginn des Krieges zu schoben – bis sich die Stadt Atlantis aus dem pazifischen Meer wieder erhoben hatte. Das veränderte alles, aber der Frieden währte nicht lange. Seit zwei Jahren herrschte wieder Krieg zwischen den Atlantern und den Menschen. In dieser Zeit war auch die Organisation UHO gegründet worden, die sich gegen die moderne Form des Sklavenhandels zum Schutz der Menschen einsetzte. Aber die Gerüchte sprachen eine andere Sprache&#8230;</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Sie zog den Mantel enger um ihren geschwollenen Leib und sog tief die eisige Luft ein. Die letzten Tage waren für sie eine Qual gewesen und die Angst,entdeckt zu werden, hatten sie gezwungen, sich unter diejenigen zu mischen, die ihr Volk als die „Namenlosen“ bezeichnete. Sie atmete tief durch und betrat das Gebäude. </span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Season 1 Angelswords / Engelsschwerter Prolog</title>
		<link>http://yell-storyboards.de/yellstory/?p=220</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Mar 2009 11:49:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Season Angelswords - Der Prolog]]></category>

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		<description><![CDATA[Prolog: Tagebuch der Sillar Yenar Die Welt ist ständig in Bewegung und verändert sich. Nur die Sonne steht bis heute noch am Himmel. Nach dem Dritten verheerenden Weltkrieg hatte die Erde entggültig ihr Gesicht verändert. Europa war nach der Klimakatastrophe halb unter Eis und Schnee begraben und unterhalb des Äquators herrschte Dürre und Hitze. Ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 150%;">Prolog:</span></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;"><span style="font-size: 150%;">Tagebuch der Sillar Yenar</span></strong></p>
<p><span style="font-size: 125%;">Die Welt ist ständig in Bewegung und verändert sich. Nur die Sonne steht bis heute noch am Himmel.</span></p>
<p><span style="font-size: 125%;">Nach dem Dritten verheerenden Weltkrieg hatte die Erde entggültig ihr Gesicht verändert.</span></p>
<p><span style="font-size: 125%;">Europa war nach der Klimakatastrophe halb unter Eis und Schnee begraben und unterhalb des Äquators herrschte Dürre und Hitze.</span></p>
<p><span style="font-size: 125%;">Ich kann mich nicht erinnern, es jemals anders gesehen zu haben als Schnee auf Ruinen von einstigen Städten.</span></p>
<p><span style="font-size: 125%;">Auf denen die Menschen ihre Städte erneut errichteten. Der Mensch besitzt einen ungeheuren Willen zum Überleben.</span></p>
<p><span style="font-size: 125%;">Wir kehrten zurück und wollten den Frieden mit den Menschen schließen. Inzwischen erstrahlen die Städte im neuen Glanz.</span></p>
<p><span style="font-size: 125%;">An einigen Stellen sieht man noch deutlich die Spuren des letzten Weltkriegs.</span></p>
<p><span style="font-size: 125%;">Aber wie so oft geht gehen mit diesem neuen Krieg eine neue Technologie einher.</span></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Chronologie eines Clans/ The Chronicles of a Clan</title>
		<link>http://yell-storyboards.de/yellstory/?p=176</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Jan 2009 14:40:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Chronologie eines Clans]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Abschnitt erklärt die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Projekten. Im Grunde wird die Geschichte eines uralten Clans erzählt, dessen Ursprung in Atlantis liegt. Um sich selbst und ihre Kultur zu schützen und zu bewahren greifen die Überlebenden von Atlantis zu ungewöhnlichen Mitteln. Und passen sich den Menschen in ihrer neuen Heimat an.  Dadurch entstehen  zwei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dieser Abschnitt erklärt die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Projekten. Im Grunde wird die Geschichte eines uralten Clans erzählt, dessen Ursprung in Atlantis liegt. Um sich selbst und ihre Kultur zu schützen und zu bewahren greifen die Überlebenden von Atlantis zu ungewöhnlichen Mitteln. Und passen sich den Menschen in ihrer neuen Heimat an.  Dadurch entstehen  zwei Welten, die geheime Welt der Atlanter und unsere Realität. Um es besser verständlich zu machen habe ich nun eine Chronologische Reihenfolge festgelegt:</strong></p>
<p><strong><em>&#8220;Warum immer in der Vergangenheit Leben, wenn die Gegenwart und Zukunft die besten Geschichten des Lebens liefert?&#8221;</em></strong></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><strong><em> <span style="text-decoration: underline;">Projekt Yell &#8211; Der Anfang (Gegenwart)</span></em><span style="text-decoration: underline;">/ The Beginning<br />
</span></strong></p>
<p><strong><em> DieYell &#8211; Der Ruf der  Kritias (in Entwicklung) / The Yell &#8211; The Yell of Kritias </em></strong><strong><em>(in progress)</em></strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong>Narayan </strong>- <strong><em> </em></strong>(<strong>eine Gegenwart, wo Superhelden an der Tagesordnung stehen) / A Present with Superheros<br />
</strong></span></p>
<p><em><strong>2009 begonnen &#8216;Narayan&#8217; (in Entwicklung) Anfangsroman &#8211; The Beginning of the Charakter Narayan and her Team the first astralwanderer (in progress)<br />
</strong></em></p>
<p><strong><em>Ende 2008: The Dark Knight´s Narayan ( abgeschlossener Roman) &#8211; Narayan meets Batman in Gotham City. (Fanfiction)</em><em> (complete novel) &#8211; NOT Published<br />
</em></strong></p>
<p><strong><em><br />
</em></strong></p>
<p><em><strong><span style="text-decoration: underline;">Projekt Genesis &#8211; in naher Zukunft / near Future<br />
</span></strong></em></p>
<p><em><strong>Sternenkinder</strong></em> <strong>(geplant) Roman (planed)<br />
</strong></p>
<p><strong><em>Dreamdancers (geplant) Roman (planed)<br />
</em></strong></p>
<p><strong><em><br />
</em></strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong><em>Projekt Yell -  Die  Zukunft / The Future<br />
</em></strong></span></p>
<p><strong><em>Die Yell und das Erbe der Sternenwanderer </em></strong>(in einer weit weit entfernten Galaxis) <strong>Roman  geplant (planed)</strong></p>
<p><strong><br />
</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong>Kurzgeschichten &#8211; Shortstories: </strong></span></p>
<p>seit 2000 eine Fanfiction zu Star Wars verfasst &#8211; Nie veröffentlicht &#8211; Not published</p>
<p><strong>2005 Sternenschnuppenzauber geschrieben und veröffentlicht &#8211; published<br />
</strong></p>
<p><strong>2009 Zwei Jungen geschrieben- veröffentlicht -published<br />
</strong></p>
<p><strong>2010  Sternenlicht in Arbeit &#8211; in progress<br />
</strong></p>
<p><strong><br />
</strong></p>
<p><strong><br />
</strong></p>
<p><strong><em> </em></strong></p>
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